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Anschläge in Norwegen

In Norwegen tötete ein 32-Jähriger Faschist um die 91 Menschen bei einem Bombenattentat im Osloer Regierungsviertel und einer darauf folgenden geplanten Massentötung von Besuchern eines Jugendcamps der sozialdemokratischen Organisation AUF.

Weder Ministerpräsident Stoltenberg noch ein anderes Mitglied der rot-grünen Koalition sei dabei zu Schaden gekommen, berichtet die Tagesschau unter Berufung auf die norwegische Nachrichtenagentur NRK.

Nach dem Anschlag habe sich derselbe Mann zu dem besagten Jugendcamp in Polizeiuniform begeben um - so berichtet ein von AUF als Wachmann eingesetzter Aktivist - die Jugendlichen über die Anschläge in Oslo zu informieren und eine allgemeine Sicherheitskontrolle durchzuführen.

Das Camp wurde auf der 50 km entfernten Insel Utøya veranstaltet. Auf dieser "Informationsveranstaltung" eröffnete der Mann das Feuer auf die etwa 560 anwesenden Jugendlichen. Viele der Jugendlichen versuchten, zu fliehen - meistens übers Wasser. Mit zwei Waffen - einer Handfeuerwaffe und einem Gewehr - habe er geschossen. Dabei wurden 84 Jugendliche getötet.

Der Täter gab von sich an, eine "nationalistische" Gesinnung zu besitzen und überzeugter Antiislamist zu sein. Auf seinem inzwischen gesperrten Facebook-Profil bezeichnet er sich als "christlich konservativ". Es liegen außerdem einige Einträge von ihm auf christlich fundamentalistischen Seiten vor und der Sender TV2 berichtet, er habe Kontakte zu der faschistischen Szene Norwegens unterhalten; außerdem seien zwei Handfeuerwaffen und ein Automatikgewehr auf ihn angemeldet gewesen.

Die norwegische Polizei sucht nun nach Komplizen.

 

Quellen:

http://www.tagesschau.de/ausland/oslo138.html

http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article1966992/Augenzeugen-Atte...

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SPIEGEL über den Attentäter

Das bürgerliche Magazin SPIEGEL veröffentlichte Daten zur Person des Attentäters:

"

Mutmaßlicher AttentäterBlond, blauäugig, skrupellos

Von Gerald Traufetter, Oslo

 "Es ist seltsam, dass er sich nicht getötet hat" (SCREENSHOT Facebook)
Zur Großansicht

Anders B.: "Es ist seltsam, dass er sich nicht getötet hat" (SCREENSHOT Facebook)

Er ist konservativ, christlich, nationalistisch - und hat einen Waffenschein für eine Glock-Pistole und ein automatisches Gewehr. Nur wenige Stunden nach den verheerenden Anschlägen in Oslo und in einem Zeltlager auf der Insel Utøya steht die Identität des mutmaßlichen Attentäters fest.

Anders Behring B. heißt der Mann, der am Freitag mindestens 91 Menschen getötet haben soll . Er ist 32 Jahre alt, konservativ, christlich, nationalistisch - und er besitzt einen Waffenschein für eine Glock-Pistole und ein automatisches Gewehr. Bislang lebte er in einem unscheinbaren Backsteingebäude mit vier Stockwerken im Westen Oslos.

Gegen 23 Uhr vergangene Nacht stürmten Spezialeinheiten die Wohnung des Waffennarren. Recherchen norwegischer Medien förderten binnen kurzem das Profil eines fanatischen Mannes zutage, der in Foren im Internet immer wieder mit islamkritischen Statements auffiel.

B., der offenbar mit seiner Mutter zusammenwohnte, hatte in der norwegischen Armee gedient. Er trat aber sonst in keinem militärischen Zusammenhang auf. Auch vor dem Gesetz oder dem Staatsschutz fiel er nicht weiter auf - abgesehen von einem zehn Jahre zurückliegenden Verkehrsdelikt, wie die "VG" recherchierte.

Doch seine beruflichen Aktivitäten lassen ahnen, dass er sich seit langem auf den Anschlag vorbereitete: B. gründete im Jahr 2009 einen Betrieb in dem beschaulichen Städtchen Rena, einige hundert Kilometer nördlich von Oslo. Gemüse und Hülsenfrüchte soll es produzieren. Das versetzte B. offensichtlich auch in die Lage, große Mengen Kunstdünger zu beziehen - Grundstoffe für die Herstellung von Sprengstoff.

Über Verbindungen zur rechtsextremen Szene ist allerdings nichts bekannt. "Er kam einfach aus dem Nichts", sagte ein Polizist der Nachrichtenagentur AP. Er gehörte demnach nicht zu einer bekannten extremistischen Vereinigung. "Wir hätten ihn auf dem Radar gehabt, wenn er in einer Neonazi-Gruppe aktiv gewesen wäre", sagte der Polizist. Aber B. könne von deren Ideologie beeinflusst sein.

Schon zuvor hatte ein Experte des "Norwegian Institute of International Affairs" (Nupi) gesagt, der Angriff auf der Insel spreche eher für einen rechtsextremen als für einen islamistischen Hintergrund. "Es wäre sehr seltsam für Islamisten, wenn sie eine lokalpolitische Sichtweise hätten."

Der mutmaßliche Täter B. habe bei seinem Angriff auf das Jugendlager eine polizeiähnliche blaue Uniform getragen, sei aber nie Polizist gewesen, sagte der stellvertretende Osloer Polizeichef Sveinung Sponheim. Die Boulevardzeitung "VG" berichtete, der Mann habe sich am Nachmittag auf der Insel als Polizist ausgegeben, der eine Kontrolle wegen der Terrorangriffe in Oslo durchführen wolle. Dann habe er mehrmals geschossen.

Laut Polizeichef Sponheim wurde der Verdächtige, der auf der Insel um sich schoss, also B., auch in Oslo gesehen - und zwar unmittelbar vor der Bombendetonation. Die Zeitung "Dagbladet" berichtet, dass ein Zeuge den Verdächtigen zwei Minuten vor der Explosion in Oslo gesehen haben will. Die Behörden gingen davon aus, dass der Mann anschließend aus Oslo zu der Insel gefahren sei, berichtet CNN.

Die Polizei vernahm B., zunächst bei der Festnahme auf der Insel, später auf einer Polizeiwache in Oslo. Ein Polizist sagte der Nachrichtenagentur AP: "Es ist seltsam, dass er sich nicht selbst getötet hat, so wie Typen, die in Schulen um sich schießen." Jetzt sei es möglich, Antworten zu bekommen und mehr über die Motive des Mannes zu erfahren. Der Beamte beschrieb den Mann als "kalt wie Eis"."

 

SPIEGEL bezieht sich dabei auf AP.

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