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Über die eigenen Leichen im Keller gestolpert
Schon schlimm, wenn man über die Leichen stolpert, die man selbst im Keller vergraben hat!
So erging es NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD), der das Geschäftsgebären von Amazon als "skandalös" beschimpfte und wie alle Sozialdemokraten scheinheilige Betroffenheit heuchelte. Das Versandhandelsunternehmen Amazon beschäftigt im Weihnachtsgeschäft tausende von Praktikanten unendgeltlich. Während dieser Zeit erhalten sie weiter die staatlichen Leistungen. "Es ist einfach nicht hinzunehmen, dass sich ein Unternehmen über diese Art der staatlich subventionierten Probebeschäftigung Wettbewerbsvorteile verschafft!" meinte Schneider dazu und dass notfalls das Gesetz geändert werden müsse.
Letzteres ist schon hochinteressant, weil diese seit Jahren schon gängige Ausbeutungspraxis erst durch die rot-grüne Bundesregierung und ihre Gesetzgebung im Rahmen der Agenda 2010 geschaffen wurde. Nicht allein Amazon nutzt dies aus, sondern reiht sich lediglich ein in eine große Anzahl an Unternehmen und Konzernen, die gerne an diesen unbezahlten Beschäftigungsverhältnissen profitieren.
Will man annehmen, dass SPD-Funktionäre einfach seinerzeit nicht gewusst haben, was sie mit ihrer Gesetzgebung anrichten, so kann man von Fahrlässigkeit ausgehen. Angenommen aber, dass sie sehr wohl um die Folgen wussten, ist es ein Skandal, nun so zu tun, als habe man mit der ganzen Sache nichts zu tun; als sei diese unsoziale Gesetzgebung einfach vom Himmel gefallen.
In Wahrheit gehört hier nicht Amazon an den Pranger, sondern die SPD! Trifft nicht denjenigen eine viel höhere Schuld, der ein Monster mit einer Waffe ausrüstet?!
Georg A. Fotiadis
Quelle:
Lüdenscheider Nachrichten, 12. November 2011

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