Büxensteinlied

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Im Januar um Mitternacht
ein Kommunist stand auf der Wacht.
Er stand mit Stolz, er stand mit Recht,
stand kämpfend gegen ein Tyranngeschlecht.
Und donnernd brüllt die Artillerie.
Spartakus hat nur Infantrie,
Granaten schlagen bei uns ein;
Regierungstruppen stürmen Büxenstein.
Und mit der Knarre in der Hand
er hinterm Zeitungsballen stand.
Die Kugeln pfeifen um ihn 'rum;
der Kommunist, er kümmert sich nicht drum.
O Büxenstein! O Büxenstein!
Spartakus sein heißt Kämpfer sein.
Wir haben gekämpft bei Büxenstein,
und dafür sperrt man uns im Kerker ein.
Gefangen - ach! - in Weh uns Schmerz,
und dennoch hoffet unser Herz!
Spartakus lebt! Spartakus siegt!
Frisch auf zum Kampf, Genoss', verzage nicht!
Warum er kämpft, der Kommunist?
Damit iht's alle, alle wißt:
Er kämpft für Freiheit und für Recht.
Nicht länger sei der Arbeitsmann ein Knecht.
Und alle Menschen, arm und reich,
sie sollen werden alle gleich,
daß niemand leidet ferner Not,
und jeder hat genügend täglich Brot.
Darum nur kämpft der Kommunist,
damit ihr's alle, alle wißt.
Er schwur die Treu' bis in den Tod
dem schönen Freiheitsbanner purpurrot.
O Spree-Athen, o Spree-Athen,
viel Blut, viel Blut hast du geseh'n!
In deinem Friedrichsfelde ruht
so manches tapfere Spartakusblut.
Das "Büxensteinlied" entstand in den Januarkämpfen 1919 im Berliner Zeitungsviertel. Die Arbeiter verteidigten die Druckerei Büxenstein gegen die Truppen des SPD-Wehrministers Gustav Noske. Auf dessen eigenen Worte bei der Niederschlagung der Arbeiter ("Einer muss der Bluthund sein") spielt die letzte Strophe an. Die Verse stammen vom Schlosser Richard Schulz, später Redakteur der "Roten Fahne". Nach Weise eines nationalistischen Soldatenlieds von 1915 ("Argonnerwald, um Mitternacht").

Text: Richard Schultz
Musik: nach dem Soldatenlied "Argonnerwald, um Mitternacht"
entstanden:
interpretiert von: Hans Ernst Jaeger